Was ist das Dienstwagenprivileg?

Was ist das Dienstwagenprivileg

Immer wieder ist von dem sogenannten Dienstwagenprivileg zu hören. Der folgende Beitrag beleuchtet dieses Thema genauer, das von vielen Kritikern schon längere Zeit bemängelt wird.

Was ist das Dienstwagenprivileg?

Das Dienstwagenprivileg ist eine Regelung im Zusammenhang mit dem deutschen Steuerrecht. So können Firmen die Kosten für die Firmenwagen unter bestimmten Umständen steuerlich absetzen. Somit haben Sie das Privileg, den Pkw nahezu komplett kostenlos zu nutzen.

Das Dienstwagenprivileg ist häufig sehr kritisch angesehen. Doch was genau ist das überhaupt und wieso fordern immer mehr Menschen, dass es abgeschafft werden soll? Das alles wird im folgenden Artikel beantwortet.

Werden Dienstwagen subventioniert?

Circa 60 Prozent der Neuzulassungen in Bezug auf Pkws werden hierzulande gewerblich zugelassen. Und dabei fallen circa zwei Milliarden Euro an Steuergeldern als Subventionen an. Die Autohersteller profitieren davon genauso wie die Dienstwagen-Fahrer und natürlich auch die Betriebe.

Ist das Dienstwagenprivileg fair?

Für diejenigen, die von diesem Sachbezug profitieren sicherlich, aber es gibt auch ganz andere Stimmen. So wird häufig gesagt, dass das Dienstwagenprivileg sozial ungerecht ist. Denn wer einen Dienstwagen fährt, ist nicht selten ein leitender Angestellter und hat damit auch einen gehobenen Posten in dem Betrieb.

Die „normalen Arbeiter“ haben dadurch natürlich keinen Vorteil. Fahrer von Dienstwagen müssen sich zudem auch nicht um Reparaturen und den Kraftstoff kümmern. Und über die „Ein Prozent Regelung“ muss auch nur ein Prozent des Listenpreises im Monat als sogenannter geldwerter Vorteil bei der Steuererklärung angegeben werden, wenn Sie einen Dienstwagen versteuern möchten.

Über entsprechende Dienstwagenrechner im Netz lässt sich das gut berechnen.

Wie viele Kilometer sind Sie mit dem Dienstwagen fahren, spielt dabei keine Rolle. Und darunter leidet in erster Linie die Umwelt. Diese ist ohnehin schon sehr beeinträchtigt und Dienstwagenwagen-Fahrer machen die Situation sicherlich nicht besser.

Ein weiterer großer Kritikpunkt ist die Tatsache, dass das nahezu kostenlose Fahren von den Steuerzahlern getragen werden muss.

Sollte man das Privileg abschaffen?

Oft ist zu hören, dass das Privileg abgeschafft werden muss. Denn die Subventionen seien umweltschädlich. Dazu sind sich unter anderem mittlerweile auch einige Politiker sicher. Somit widerspricht das Dienstwagenprivileg komplett der aktuellen deutschen Klimaschutzpolitik.

Betrachtet man das Thema aus Umweltsicht, lässt sich die oben gestellte Frage auf jeden Fall mit einem Ja beantworten. Und auch finanziell lohnt es sich, es abzuschaffen.

Denn wie oben bereits erläutert, kostet dies den Steuerzahler im Jahr circa drei Milliarden Euro. Das ist ein enormer Wert, der gespart werden könnte, wenn die Regelung zumindest etwas abgeändert wird. Denn sonst fördert der Staat weiterhin das Fahren von großen Pkws.

Dienstwagen sind nicht selten SUVs oder Limousinen. Und diese verbrauchen natürlich mehr Sprit als kleinere Autos.

Kritiker bemängeln zudem, dass davon logischerweise nur die gutverdienenden Menschen profitieren.

Kleinverdiener haben durch das Dienstwagenprivileg daher keinen Vorteil und sogar einen Nachteil, da sie dieses mitfinanzieren. Aus Umweltaspekten wie auch aus finanziellen Aspekten sollte darüber nachgedacht werden, die Regelung abzuschaffen.

Denn sonst wird das Geld von unten nach oben verteilt und die Normalverdiener würden sozusagen die Vorgesetzten mitfinanzieren und ihnen dazu auch noch einen Firmenwagen ermöglichen.

Es gibt da kein gutes Argument dafür, diese Regelung genauso weiterzuführen. Aus diesem Grund ist dieses Thema auch immer wieder im Bundestag auf dem Tisch. Es bleibt abzuwarten, ob die Politiker nun handeln und entweder eine Anpassung vornehmen oder aber das Dienstwagenprivileg komplett abschaffen.

Denn sonst wird es kaum möglich sein, die streng gesteckten Klimaziele zu erreichen. Und durch andere Vorkommnisse in der aktuellen Zeit ist die Staatskasse auch nicht besonders prall gefüllt.

Wie sieht die Politik das?

Wie bei so vielen Themen haben die Politiker der unterschiedlichen Parteien unterschiedliche Meinungen zu dem Thema Dienstwagenprivileg. Das ist kaum verwunderlich, da viele von ihnen einen solchen Wagen fahren.

Und darauf müssten sie verzichten, wenn die Regelung gekippt wird. Viele Mitglieder der Grünen sind der Meinung, dass dies endlich erfolgen sollte. Andere Politiker wollen hingegen unbedingt, dass das Dienstwagenprivileg erhalten bleibt.

Die Linken zum Beispiel sind dagegen und die Grünen schlagen stattdessen ein sogenanntes Energiegeld und Klimabonus-Fonds vor. Davon profitieren in erster Linie Pendler, die über ein geringes Einkommen verfügen.

Diese werden unterstützt, wenn sie auf ein emissionsfreies Auto umsteigen. Früher wurde bereits auch einmal vorgeschlagen, dass das Dienstwagenprivileg nur für solche Fahrzeuge erhalten bleiben soll. In der letzten Besprechung wurde darüber allerdings nicht gesprochen.

Welche Alternativen gibt es zum Dienstwagenprivileg?

Alternativen zum Dienstwagenprivileg

Das E-Auto

Der Umstieg auf eine E-Flotte macht doppelten Sinn:

Sollte das Dienstwagenprivileg von der Politik gekippt werden, sind Elektro-Firmenwagen durch die Steuervergünstigungen auf der sicheren Seite. Zusätzlich schonen Sie in hohem Maß die Umwelt.

Weiter unten gehen wir näher für Sie darauf ein.

Das Dienstfahrrad

Einige Alternativen zum Dienstwagenprivileg wurden oben bereits erwähnt. Was viele Menschen nicht wissen ist, dass diese nicht nur für Autos gilt. Seit dem Jahr 2012 werden auch Fahrräder zur Steuerersparnis genutzt. Wer ein Dienstfahrrad für den Weg zur Arbeit nutzt und es auch privat fährt, profitiert gleich mehrfach davon. Zum einen spart er Steuern und bleibt zum anderen körperlich fit.

Die Bahncard

Eine weitere gute Alternative ist es, den Arbeitnehmern eine Bahncard zur Verfügung zu stellen. Wenn diese in Vorleistung gehen und möglichst auch ein Fahrtenbuch führen, lassen sich die Kosten teilweise seitens des Arbeitgebers ganz ersetzen.
Voraussetzung ist natürlich, dass die Bahncard so viel genutzt wird, dass die Anschaffungskosten gedeckt werden. Der große Vorteil ist, dass sich diese natürlich auch privat verwenden lässt. Somit profitieren die Arbeitnehmer auch hierbei mehrfach. Wichtig ist nur, dass die Tickets alle aufbewahrt werden und das Fahrtenbuch möglichst direkt und korrekt geführt wird.

Wie verhält sich das Ganze mit einem Elektroauto?

Der Staat versucht immer wieder mehr Menschen davon zu überzeugen, auf ein Elektroauto umzusteigen. Dadurch wird die Umwelt geschont und man selbst hat steuerliche Vorteile. Das Dienstwagenprivileg lässt sich problemlos auch auf Elektroautos anwenden.

So erhalten die Fahrer beziehungsweise Halter eine steuerliche Begünstigung, was den Weg zur Arbeit wie auch die privaten Fahrten betrifft.

Abschließend lässt sich daher sagen, was das Dienstwagenprivileg, wie es in der heutigen Zeit noch Anwendung findet, längst überholt werden sollte.

Stattdessen wird auf die oben erwähnten Alternativen gesetzt. Dadurch wird die Umwelt geschont und die Geringverdiener müssen nicht mehr die Gutverdiener finanzieren. Denn auch das ist eine Ungerechtigkeit, die längst im Bundestag besprochen werden sollte.

Foto des Autors

Für Sie geschrieben von

Thorsten Podlech

Thorsten Podlech ist CTO und Mitgründer der Mobexo. Bereits seit 2002 in der Automobilbranche zuhause, hilft er mit Mobexo die Themen Flottenmanagement und Schadenmanagement drastisch zu vereinfachen. Mehr über Thorsten Podlech erfahren.